Wortkollektiven und Höhen – Lesung am Freitag, den 11.11. in der DÜNE

Wortkollektiven und Höhen. Das ist ein Wortspiel, bei dem man zweimal drüberlesen und es vielleicht laut aussprechen muss. Die Schreibgruppe Wortkollektiv lädt zu einem herbstlichen Abend voller Geschichten, Gedichte, Erzählungen und märchenhafter Texte in das Bildungs- und Kulturzentrum DÜNE ein.

Das Wortkollektiv lebt von Vielfalt

Seit dem Sommer dieses Jahres trifft sich die inklusive Schreibgruppe einmal in der Woche und tüftelt in geselliger Runde an eigenen Texten. Dabei sind die Geschichten so vielfältig wie die Mitglieder der Gruppe. Das Besondere am Wortkollektiv: Es ist wirklich für alle da. Menschen jeden Alters, ob mit oder ohne Behinderung und ganz egal, mit welcher Vorerfahrung, alle sind willkommen.

Inklusiv schreiben

Das passt gut zum Programm der DÜNE. Der Kulturtreff ist ein zukunftsgerichteter und moderner Treffpunkt, der die Vision von einer inklusiven Welt lebt. Menschen mit und ohne Behinderung geben und besuchen Veranstaltungen, schmieden Ideen für Partys und Workshops oder treffen sich einfach nur zum Plaudern. Möglich macht das neben den vielen tollen Menschen auch eine Förderung von Aktion Mensch und die enge Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg.

Lesung diesen Freitag

Was die Autorinnen und Autoren des Wortkollektivs im letzten halben Jahr geschrieben haben, präsentieren sie am Freitag, den 11.11. ab 19 Uhr in der DÜNE (Am Sande 27). Begleitet wird die Lesung von Guda & Guitar, die stimmungsvolle Musik machen. Der Eintritt ist frei. Um weiterhin Kunst zu ermöglichen, freut sich die Gruppe über Spenden. Darüber hinaus stellt das Wortkollektiv die eigenen Texte in der DÜNE aus. Die Ausstellung ist noch bis Januar zu bewundern.

Epilog

Wer mitschreiben möchte, ist herzlich eingeladen, das Wortkollektiv zu besuchen. Die Gruppe trifft sich immer montags um 19 Uhr in der Düne.

Gespensterbrief #1 – Mein Newsletter ist draußen

Im ersten Gespensterbrief an den Zeitgeist geht es um das Anfangen, das Schreiben, Konzerte, Raum einnehmen und ein bisschen um Liebe.


Hallo, Gespensterfreund*innen,

Tage, Wochen, Monate, Jahre habe ich darüber nachgedacht und nun ist es soweit: Mein erster Newsletter ist da! Gespensterbriefe an den Zeitgeist ist ein literarischer Newsletter mit Gespenstern und Alltagsgeschichten über Schreiben, Kulturarbeit und Poesie.
Ich freue mich, wenn ihr abonniert, unterstützt und weitersagt. Ich danke vom Herzen schon allen Leser*innen und Unterstützer*innen, die bereits da sind und mich ermutigt haben, nun loszulegen. 🖤

Gespensterbriefe an den Zeitgeist

Ein Tag im Jahr

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„Einen Tag im Jahr hat Christa Wolf über Jahrzehnte hinweg in allen Details festgehalten, den 27. September. Ihre gesammelten Protokolle sind längst als Buch erschienen. Wir, Susanne Hösel und Christina Müller, wollen dieses Projekt zusammen mit anderen Autor_innen in die Gegenwart holen und weiterschreiben. Einmal im Jahr, am 27. September, schauen wir uns einen Tag unseres Lebens so genau wie möglich an. Und nächstes Jahr kommen wir zurück und machen weiter.“

Projektbeschreibung von Ein Tag im Jahr

Es ist der 27. September 2022 und ich bin mit dabei. Wie sehr ich mich freue. Ich habe den Tag aufgezeichnet und nun ist er auf der Projektseite erschienen.
Was mich glücklich macht: Mein Mann hat auch einen Tagebucheintrag geschrieben und manchmal begegnen wir einander im Text.

Hier geht es zu meinem Tagebucheintrag:
Mein liebes Gespenst,
Mein liebes Tagebuch,

Künstliche Intelligenz ̶v̶̶s̶ und Kunst

„Kunst ist Entwicklung, denn Kunst kommentiert eine Welt, die sich wandelt.“

Thekla Kalaman

Thekla Kalaman schreibt in ihrem neuen Artikel „Die Kunst ist tot, lang lebe die Kunst“ über künstliche Intelligenz, welche Mechaniken dahinter stecken und was auf Social Media los ist, wenn eine von ihnen bei einem Kunstwettbewerb den 1. Platz belegt. Hint: Shit Storm und halli galli. Aber keine Sorge, Theklas Text versöhnt und entdramatisiert. Sie nimmt der Wut ihre Hitze und der Panik den Grund. Künstler*innen sollen Vertrauen haben, schreibt sie. In sich und ihre Arbeit. Denn so flüchtig manches ist, so beständig ist die Kunst in ihren Darstellungsweisen. Und dazu gehört, Neues mitzunehmen. Und: Keine Angst vor künstlicher Intelligenz. Denn was künstlich ist, das steckt doch schon im Wort, ist gemacht. Und dazu braucht es noch immer den Menschen, der seine Ideen dort hineingibt.

Von Elefanten und Vampiren. Das neue Hörspiel von Elfie Donnelly

Ich erinnere mich genau daran – oder eben so genau, wie man sich an etwas erinnern kann, das 30 Jahre her ist – wie ich als Kind in meinem Zimmer stand, dabei wie so oft ein Hörspiel im Hintergrund lief und ich beschloss: Als Erwachsene möchte ich Hörspiele machen!
Wie genau das aussehen würde, wusste ich natürlich nicht. Nur, dass es unbedingt etwas mit den Figuren zu tun haben sollte, die ich so mochte. Benjamin Blümchen, Der kleine Vampir, Pitje Puck, Klavi Klack, Bibi Blocksberg waren meine Lieblinge.

Damals schon die Forscherin, die ich heute bin, interessierte mich eben nicht nur das Was, sondern auch das Wie, wenn es um Geschichten ging. Irgendwer musste schließlich die Geschichten, die ich so liebte, geschrieben und aufgenommen haben.

Neugierig studierte ich die Informationen auf den kleinen Zettelchen in den Hörspielkassetten. Autor*in, Sprecher*innen, Musik … all das interessiere mich brennend. Doch in den 1990ern war es mit der Recherche damit dann auch schon vorbei.

Mein Berufswunsch änderte sich in den folgenden Jahren im Kleinen und Großen immer mal wieder, doch drehte sich am Ende alles darum, genau das zu machen, was ich unterm Strich schon immer tun wollte: Irgendwas mit Kunst, irgendwas mit Menschen. Ich hatte das große Glück, bei einer kulturschaffenden Großmutter aufzuwachsen, bei der ich lernte, wie man selbstständig Kunst macht und sich aktiv mit anderen vernetzt, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Doch was meine Oma schrieb, waren keine Geschichten, sondern Musikstücke.

Wenn man nicht gerade in einer Autor*innen-Familie aufwächst (eine abenteuerliche Vorstellung), muss man sich seine Vorbilder suchen. Mein Kompass waren diejenigen, die bereits das taten, was ich tun wollte.

Eine Autorin, die mich während meines Aufwachsens immer wieder interessierte, war Elfie Donnelly: Die Erfinderin von Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen.

Sie wurde 1950 in London geboren und wuchs in England auf. Sie zog später nach Wien, dann nach Berlin. Dort lernte sie auch Peter Lustig kennen, der den meisten als der Erschaffer und Moderator der Kindersendung Löwenzahn bekannt ist, und heiratete ihn. Donnelly arbeitete als Journalistin und schrieb Hörspiele für das Radio. Und schließlich erfand sie die berühmten Figuren, der noch heute außerordentlich erfolgreichen Reihen rund um Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg. Aber nicht nur das: Donnelly schrieb auch Romane. Um die Hörspiele wurde es ruhiger, nachdem sie ihre Rechte an ihren Figuren verkaufte. Doch 2020 kam die Überraschung: Elfie Donnelly hatte ein neues Hörspiel geschrieben! Und darin ging es um Vampire! Könnte mich etwas noch glücklicher machen? Kaum.

Draculino – vampirzahnscharf und fledermausflügelig!

Donnellys neue Hörspielreihe trägt den Titel „Draculino“. Darin geht es um den 7-jährigen Luca, der in einem baufälligen Waisenhaus in Poggio, einem kleinen Ort in Italien, aufwächst und ein eher stiller Junge ist. Vermutlich deswegen wird er auch zur Zielscheibe von einem rüpelhaften Jungen, der Luca im fiesen Gerangel seiner Vorderzähne beraubt. Fortan lispelt Luca und sieht mit seinen spitzen Eckzähnchen aus wie ein kleiner Vampir. Grund genug für die heimlichen Bewohner des Waisenhauses – ein Vampir-Ehepaar, das es sich mit Särgen im Keller des Gebäudes gemütlich gemacht hat – ganz vernarrt in den armen Luca zu sein. Die Vampire Succhia und Lambiro wünschen sich so sehr ein Kind, dass sie sich Luca annehmen und ihn Draculino taufen.

Luca, der denkt, er träume, spielt nach einigem Zögern mit. Schließlich ist ein Leben mit Vampiren deutlich aufregender als das dröge Leben im Waisenhaus, findet er. Doch bald wird alles noch aufregender: Bürgermeister Ladroni droht, das Waisenhaus plattzumachen und stattdessen ein Casino auf den Baugrund zu stellen. Zusammen mit seinen vampirischen Zieh-Eltern und seiner Freundin Mila macht sich „Draculino“ zu einem Abenteuer auf, das Waisenhaus vor seinem Schicksal zu bewahren.

Elfie Donnelly hat eine Geschichte voller klassischem Witz und einer guten Portion Kampfgeist geschrieben, die Bekanntes pflegt und aktuelle Themen aufgreift. Flucht, Enteignung, Kapitalismus, Glaube, Religion, Trauer und Abschied sind einige Bereiche, die direkt, aber sensibel und kindgerecht angesprochen und erklärt werden. Das Thema Rechtsextremismus schwingt auch mit, und zwar in der Form der unbeliebten „Braun-Vampire“, die immer mal wieder auftauchen und nerven. Wenn die Kinder vielleicht noch zu jung sind, um manche Metapher zu verstehen, so gibt das Hörspiel Draculino einiges für Erwachsene her.

Ich habe mich beim Hören immer wieder mal dabei ertappt, wie ich dachte: Toll, wenn ich einmal auf eine Karriere zurückblicke, wie es Elfie Donnelly kann, dann möchte ich auch weiterhin den Schwung haben und Neues erfinden.

So ist diese Autorin meiner Kindheit nach wie vor ein künstlerischer Kompass für mich. Die Nadel zeigt an, wonach mir der Sinn steht. Bleibt nur noch die Frage: Wo liegt eigentlich Poggia?

Friday Favorite: Coco Chanel

Nach dem Tod ihrer Mutter verbringt Coco Chanel sieben Jahre im Waisenhaus und lernt dort in der klösterlichen Nähstube das Handwerk, das einmal ihr Lebenswerk ausmachen würde. Mit zwanzig Jahren nimmt Coco erste Aufträge an. Sie verkauft selbstgenähte Babykleidung und Wäsche für die Aussteuer. In Paris eröffnet sie dann einen Hutsalon und in den kommenden Jahren revolutioniert sie die Modebranche.
Coco Chanel kürzt die bis dahin sittsam langen Röcke, schafft das Korsett ab und kreiert das berühmte Chanel-Kostüm. 1920 kommt der nächste Schlager: Chanel No. 5 avanciert zum meistverkauftesten Parfum. Coco Chanel war eine besondere Frau und ihr Werk und Wirken ist so zeitlos wie das Kleine Schwarze. Sie wurde heute vor 139 Jahren geboren. 🖤

(eine Sternschnuppe zieht vorbei)

Traumsequenz
Die Himbeermilchstraße. Es gibt hier viele Tiere, vor allem Yaks und Kühe. Sie mampfen friedlich das Milchgras, springen von Stern zu Stern und abends bekommen sie Besuch vom Mondmann. Er bringt Zimt und Zucker mit. Gemeinsam kochen sie am liebsten.

Gerade kreuzt der Komet „109P/Swift-Tuttle“ die Bahn mit der Erde, verliert dabei winzige Staubteilchen und zieht damit eine gigantische Staubwolke hinter sich her.
Die kleinsten Teile der besagten Teilchen sind so groß wie Streichholzköpfe und die größten gerademal so groß wie Murmeln. Diese winzigen Staubkörner formieren sich zu kleinen Meteoren und sausen dann als – na, was wohl? – als Sternschnuppen durchs All. 🌠
Jedes Jahr im August dringen sie in Hülle und Fülle in die Erdatmosphäre ein. Solche Schwärme werden Perseiden genannt. Am besten beobachtet man sie in der Nacht vom 12. auf den 13. August zwischen 23 und 24 Uhr, denn dann kommen wir der Staubspur von Swift-Tuttle am nächsten. Es erhellen über hundert Sternschnuppen pro Stunde den Nachthimmel. Vorausgesetzt, der Himmel ist wolkenfrei.

Die Antworten unter meinem Tweet sind so vielfältig wie es Galaxien gibt. Viel Spaß beim Lesen und Träumen, ihr Himmelskörper.

„Prolog für uns“ erscheint in mischen #8

Ich bin stolz und freue mich, in der kommenden mischen-Ausgabe mit meinem Text „Prolog für uns“ als Autorin dabei zu sein! Besonders überrascht hat mich, dass der Titel meines Textes auch der Titel für den gesamten ersten Teil des Heftes ist. Wow!

mischen ist eine Zeitschrift und ein Verein für Literatur aus Graz. Die Herausgeber*innen sammeln, vermengen, mischen Texte von Autor*innen und schaffen mit ihrer Auswahl einen Deutungs- und Möglichkeitsraum in ihren Heften, der außerordentlich multiperspektivisch ist.

Ihr könnt das Heft auf der mischen-Seite bestellen. Schreibt mir doch gern, wenn ihr es habt und verlinkt mich auf Social Media. Ich freue mich,von euch zu hören. 🙂